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Aktuelles/Termine  in 2013

Distanzritt am 23./24.03.2013
(Bericht von Astrid) 

Nur die Harten kommen in den Garten… oder nach Alt Jabel (Landkreis Ludwigslust)
Lezzirans Saisonstart im Distanzsport sollte bei der Alt Jabel Distanz stattfinden. Zum einen ist das Geläuf (heide-ähnlich) dort ziemlich allwettertauglich, zum anderen sind Stimmung und Verpflegung dort immer super. Wegen der Rückkehr des Winters war der Ritt dann vom 16./17.. auf den 23./24. März verschoben worden. Leider war der Winter bis dahin noch nicht wieder verschwunden und so gab es viele besorgte Diskussionen im Forum, ob man denn eine Anreise und den Ritt überhaupt wagen könnte. Nachdem die Veranstalter mit aktuellen Fotos von gut geräumten Anfahrtsstraßen Bedenken ausgeräumt hatte, fand sich tatsächlich ein Häufchen von 20 Reitern samt Tross-Anhang und ein paar echt harten Helfern und Tierärzten zum Ritt ein.
Lezziran hatte zuhause den ganzen Winter nur ein bisschen Dressurgymnastik in der Halle und eine Trainingswoche Anfang März in der Nordheide. Der Plan war also von vornherein, die Option zum vorzeitigen beenden auf alle Fälle am ersten Tag zu nutzen. Beim Warmführen für die Voruntersuchung am Freitagabend konnte ich schon mal feststellen, dass auf den Waldwegen die Fahrspuren sauglatt, die Mittelstreifen aber ganz gut griffig waren. Wenn es mir gelang, den Schlumpf geradegerichtet und ausbalanciert in der Mitte zu halten, würde es also ganz gut gehen, auch wenn der tiefe Schnee natürlich etwas anstrengender war. Vorsichtshalber ließ ich mir vom Veranstalter noch schnell einen Satz Spikes in die Hufschuhe schrauben. So ausgerüstet gingen wir also Samstagmorgen um 8 Uhr an den Start. Wie üblich wollte erstmal niemand vorn reiten, alles druckste an der Startlinie rum, Lezziran fing an herumzutänzeln. So war ich froh, als endlich jemand die Initiative ergriff und startete. Ich schloss mich mit Lezziran der Spitzengruppe an, um nicht länger in der Nähe eisiger Abschnitte zu kreiseln. So fand ich mich dann beim Trot-by in der Spitzengruppe, wo ich nie sein wollte und in einem Tempo, das mein übermotivierter Schlumpf bestimmt nicht 2 Tage würde halten können. Aber die Rahmenbedingungen waren prima, schön griffiger Schnee unter den Hufen, wir kamen ohne Ausrutscher gut voran. Die Spitzengruppe fing an, sich auseinanderzuziehen und gemeinsam mit einer Mitreiterin und ihrem Hispano-Araber-Hengst probierten wir, die anderen außer Sichtweite ziehen zu lassen. Leider schossen die dann am Abbieger vorbei, mussten wenden und waren wieder bei uns. So ging es zum ersten Kontrollpunkt. Manche Probleme lösen sich ganz von allein: Auf dem Weg zum KP verlor Lezziran vorn links einen Hufschuh (ist mir mit Renegades noch nie passiert, ich hatte wohl morgens mit eingefrorenen Fingern den Zehenriemen zu locker geschlossen). Wir entdeckten ihn auf dem Weg zurück zur Strecke und alle Mitreiter boten an, zu warten bis ich den Schuh wieder angelegt hatte. Aber ich entschloss mich, die Gruppe ziehen zu lassen, zum KP zurück zu führen und dort in Ruhe mit Unterstützung des Helfers mein Problem zu lösen. Die Entscheidung war goldrichtig. Als der Hufschuh wieder angelegt war, kamen gerade zwei Reiterinnen mit einem Endmaß-Reitpony und einem Isi-Mix und die gingen wunderbarerweise genau das Tempo, das ich mir die ganze Zeit für den ersten Saisonstart gewünscht hätte. So ritten wir gemeinsam zum ersten Stop, wo die Pferde 30 Minuten Pause hatten. Der weitere Weg zum Wendepunkt und der nächsten Pause entpuppte sich zum Glück auch als viel weniger glatt als wir nach den Warnungen in der Vorbesprechung befürchtet hatten. Es gab lediglich eine sehr glatte Straßenquerung am nächsten KP. Lezziran ging auf Kommando brav mit Mäuseschritten und so hatten wir auch dieses Problem gemeistert. Im nächsten Stop hatten wir 32 km absolviert und eigentlich hatte ich hier aufhören wollen. Aber weil Tiramisu und Lezziran schon so schön zusammen gelaufen waren und der Schlumpf noch total fit und motiviert war, entschloss ich mich, nach der Pause von 45 Minuten noch einen Stop weiter zu reiten, zurück zum ersten Pausenort. Da die Mitreiterin mit dem Isi-Mix tatsächlich bei km 32 aufhörten, war Haike froh, nicht den ganzen Rückweg allein machen zu müssen. Nach 47 km beendeten Lezziran und ich dann in Loosen vorzeitig und kamen mit unserem Trossgespann zurück nach Alt Jabel. Haike ritt die kompletten 65 km nach Alt Jabel und beendete da. Einige Reiter gingen sogar noch auf die nächste Schleife und absolvierten die vollen 81 km für diesen Tag.
Am Sonntag verlief der Start dann entspannter. Unsere Dreiergruppe nahm einen etwas anderen Weg zum Trot-By. Dort trafen wir auf einige etwas schnellere Reiter und die Isi-Mix Stute beschloss, dass sie jetzt mit diesen Kumpels weiter wollte. Also blieben Haike und ich als Zweierteam übrig, was für den Rest der Strecke prima funktionierte. Lezziran und Tiramisu liefen vorn oder hinten oder auch nebeneinander sehr harmonisch und gleichmäßig. Es war sonnig, allerdings mit einem sibirischen Eiswind, das Geläuf war fast überall noch immer gut bereitbar, das Leben war schön. Den 13km-Stop am Friedhof Schlesin erreichten wir mit ein paar anderen Reitern im Pulk, ritten dann aber etwas später allein auf die nächste Schleife, manche beendeten hier auch vorzeitig oder gingen auf direktem Weg zurück nach Alt Jabel. Wieder liefen unsere Pferde harmonisch und flüssig miteinander. Wir fanden unsere Strecke ohne Probleme, wenngleich der Waldbesitzer auf einigen Abschnitten des Gestütswegs Wälle aufgeschüttet und Bäume gepflanzt hatte. Auf dem Weg zum 2. Stop in Schlesin fiel mir auf, dass Lezziran Anzeichen von Ermüdung zeigte. Im Gespräch mit Haike einigten wir uns, den Rückweg nach Alt Jabel ganz ruhig anzugehen. Andernfalls hätte ich in Schlesin beendet, aber so war es natürlich viel schöner. Für das letzte Stück nach Alt Jabel suchten wir uns eine Alternative zur vorgeschlagenen Strecke, weil wir befürchteten, der Weg durch den Wald könnte zu glatt geworden sein. Auf einem Kartenritt muss man sich ja zum Glück nicht an die vorgeschlagene Strecke halten. Gemütlich ritten wir an der Straße entlang in den Ort ein und erreichten nach 42 km unser Ziel. Nun mussten wir nur noch auf unsere Nachuntersuchung nach 2 Stunden warten. Sowohl Lezziran als auch Tiramisu passierten ohne Beanstandung die Nachuntersuchung.
Bemerkenswert ist angesichts der schwierigen Bedingungen mit Schnee und eisigem Wind, dass kein einziges Pferd aus der Wertung genommen werden musste, alle haben die Tierarzt-Kontrollen fit und munter bestanden. Gemeinsame Sieger waren ein Norweger und eine Araberstute, die als Einzige an beiden Tagen die volle Strecke gegangen sind (insgesamt 123 km).
Lezziran und ich waren mit 89 km auf Platz 14 und damit vollauf zufrieden. Zumal er ja nach seiner langen, schweren Borreliose-Erkrankung erst seit 1 ½ Jahren wieder unter dem Sattel ist.
Zum Saisonausklang wird es im Oktober auch noch eine Alt Jabel Distanz geben. Wir hoffen natürlich auf einen sonnigen, goldenen Oktober. Aber falls es schlechter wird, sind wir bestimmt trotzdem wieder dabei. Ihr wisst schon „Nur die Harten…“

Fotos von Julian Knierim (Vielen Dank!)


 

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